Kleine Einheit mit grosser Wirkung
Umwelt- und Wirtschaftstagung der FDP an der EMPA beschäftigte sich mit Nanotechnologie
St.Gallen, 26. April 2010 | Mit der Sperrung des Flugraumes aufgrund der von einem Vulkan verursachten Aschewolke rückte in den letzten Tagen das Thema Nanopartikel (oder Feinstaub) wieder etwas stärker ins Bewusstsein: In Europa wurden deutlich höhere Konzentrationen an Feinstaub festgestellt - es ist anzunehmen, dass diese im Zusammenhang mit der Vulkanasche stehen. Solche Kleinstteile bieten aber auch riesige Chancen; die Erkenntnisse aus der Nanotechnologie werden für die Wirtschaft und Gesellschaft immer bedeutender, wie Prof. Dr. Manfred Heuberger von der EMPA an der sehr gut besuchten zweiten Umwelt- und Wirtschaftstagung der FDP des Kantons St.Gallen aufzeigte. Mit anschaulichen Beispielen erklärte er den interessierten Teilnehmerinnen und Teilnehmern in seinem Einführungsreferat vieles zu den Grundlagen, der Geschichte und Anwendungsmöglichkeiten der Nanotechnologie. So zeigte er das Beispiel eines Roboters, der dank nanofeinen Härchen - einem Gecko gleich - klettern kann.
Kein Schweissgeruch dank Nanotechnologie
Mit Peter Eschler, CEO der Christian Eschler AG, referierte auch ein Unternehmer an der FDP-Tagung, der über die Anwendungen der Nanotechnologie in der Textilindustrie informierte. In einem textilen Nischenmarkt bewies die Christian Eschler AG erst kürzlich ihre Spitzenposition: An den Olympischen Spielen von Vancouver resultierten 115 Medaillen für Athletinnen und Athleten, welche Rennanzüge aus Eschler-Stoffen trugen.
Peter Eschler zeigte eindrücklich auf, welche textilen Innovationen dank Nanotechnologie möglich sind. So handelt es sich beim Produkt „Trevira Bioaktiv" um Polyesterfasern, welche dank eingelagerten Nano-Silber-Ionen eine antibakterielle Wirkung haben und somit unangenehme Schweissgerüche verhindert. Für Eschler ist denn auch klar, dass in der Nanotechnologie enorm viel Potenzial und Innovationsmöglichkeit steckt - für neue textile Funktionalitäten aber auch für neue, ökonomisch wie ökologisch bessere Verfahren.
Chancen und Risiken
Die Nanotechnologie ist für die EMPA ein wichtiges Querschnittsthema, wie EMPA-Direktionsmitglied Prof. Dr. Harald Krug in seinem Referat erklärte. Die EMPA spielt mit ihren Experten für Synthese und Produktion, biologische Wirkung sowie Umwelt und Gesellschaft international eine wichtige Rolle und ist eine anerkannte Partnerin in der Risikodiskussion. Denn - das erläuterte Krug - eröffnet die Nanotechnologie wie jede neue Technologie nicht nur Chancen, sondern auch gewisse Risiken für Umwelt und Gesundheit. Dieser Risiko-Chancen-Beurteilung misst die EMPA grosse Bedeutung zu. Letztlich spielt die öffentliche Wahrnehmung und Diskussion zu möglichen Risiken und Chancen einer Technologie eine wichtige Rolle.
In einer anschliessenden Diskussion unter der Leitung von Johannes Rutz, Leiter des FDP-Fachausschusses Umwelt und Energie, wurden die Referate engagiert reflektiert. In seinem Schlusswort betonte Kantonsrat Christoph Bürgi, dass die Freisinnigen auch bei der Nanotechnologie mehr Chancen als Risiken sehen.




